Die Geschichte des kybernetischen Institutsverbunds IMA/ZLW & IfU

 1974 wird an der RWTH Aachen University das Hochschuldidaktische Zentrum HDZ unter der Mitwirkung von Dr. Dietrich Brandt und Dr.-Ing. Robert Sell gegründet. Ziel ist die Entwicklung innovativer Lehr- und Lernkonzepte und deren Einbindung insbesondere in die ingenieurwissenschaftlichen Studienfächer. Gleichzeitig stellt sich das neue Team des HDZ Fragen der Humanisierung einer zunehmend automatisierten Arbeitswelt und den daraus resultierenden neuen Herausforderungen an Kompetenzentwicklung und lernförderliche Technikgestaltung. Die parallele Orientierung der Forschungsaktivitäten sowohl in die Universität als auch in die Wirtschaft hinein verankert die zentrale wissenschaftliche Einrichtung HDZ schnell erfolgreich in der RWTH Aachen University.

Univ.-Prof. Dr.-Ing. Klaus Henning führt 1984 das HDZ mit seinem Lehrgebiet Kybernetische Verfahren und Didaktik der Ingenieurwissenschaften KDI innerhalb der Fakultät für Maschinenwesen zusammen und vereint schließlich 1993 im Rahmen seiner Berufung auf den Lehrstuhl Informatik im Maschinenbau IMA die beiden Institute zum HDZ/IMA. Der Institutsverbund vermittelt ingenieurwissenschaftliche Grundlagen der Informatik, betreibt anwendungsnahe Forschung zum Einsatz von Informationssystemen im Maschinenbau und trägt wesentlich dazu bei, interdiziplinäre Forschungsansätze in der RWTH zu etablieren und in die industrielle Anwendung zu bringen. Schwerpunkte sind die systemorientierte und sozialverträgliche Gestaltung von Mensch-Maschine-Interaktionen und von Softwareentwicklungsprozessen. 1997 wird die Sozialwissenschaftlerin Dr. phil. Ingrid Isenhardt stellvertretende Institutsleiterin. 2002 erhält das HDZ einen der Vielfalt und Breite seiner Forschungsaktivitäten angemesseneren Namen: Zentrum für Lern- und Wissensmanagement ZLW. - Aus dem HDZ/IMA wird so das ZLW/IMA.

1994 übernimmt Klaus Henning zusätzlich die wissenschaftliche Leitung des Instituts für Unternehmenskybernetik e.V. IfU, das 1988 als anwendungsorientiertes Forschungsinstitut der Agiplan GmbH in Mülheim gegründet wurde. Kerngeschäft des IfU sind erweiterte Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Qualitätsmanagement für Kooperations- und Wertschöpfungsprozesse vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen. Mit dem Umzug des Instituts und seiner Anerkennung als An-Institut der RWTH Aachen University entsteht eine enge interdiziplinäre Kooperation der Institutionen ZLW/IMA und IfU. Insgesamt entsteht ein Team von etwa 200 Mitarbeitern, davon 50 Wissenschaftlern unterschiedlicher Disziplinen, 130 studentischen Beschäftigten, und rund 15 Mitarbeitern in Technik und Verwaltung.

2009 wird die Naturwissenschaftlerin Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Sabina Jeschke auf den Lehrstuhl "Informationsmanagement im Maschinenbau" an der Fakultät für Maschinenwesen der RWTH Aachen University berufen. Nach 25 Jahren Leitung und Aufbau des Institutsverbundes durch Klaus Henning übernimmt sie - nach einer gemeinsamen einjährigen Übergangsleitung - den gesamten Forschungscluster. Zusammen mit ihren Stellvertretern PD Dr. phil. Ingrid Isenhardt und Dr. rer. nat. Frank Hees sowie dem Emeritus Klaus Henning als Senior Advisor leitet Sabina Jeschke heute das interdisziplinär ausgerichtete Triple-Institut IMA/ZLW & IfU der RWTH Aachen University

Unter ihrer Leitung kommt es Anfang 2011 zu einer Gesamt-Reorganisation der Institutsclusterstruktur. Die drei Institute IMA, ZLW und IfU erhalten eigene Geschäftsführer. Gleichzeitig werden innerhalb der Institute Forschungsgruppen aufgebaut und Forschungsgruppenleiter berufen. Ziel ist die konsequente Ausbildung fachlicher Schwerpunkte und der Aufbau einer umfassenden PostDoc-Strategie. Zugleich verfolgt der Institutsverbund eine stärkere internationale Vernetzung und ein fokussiertes Wachstum. In aktuell neun Forschungsgruppen arbeiten Teams an Fragestellungen aus grundlagen- und anwendungsorientierter Forschung. Die Ansätze der Kybernetik bilden dabei die Grundlage der gemeinsamen Wissenschaftsmethodik. 

Ehemaliger Institutsleiter

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